Gut für Familien und Firmen

Sechs Unternehmen neu zertifiziert / Auszeichnung durch Landräte

DIE VERTRETER DER 14 UNTERNEHMEN, MITGLIEDER DER JURY, DIE BEIDEN LANDRÄTE UND VERTRETER DER STANDORTKOMMUNEN AUS BEIDEN KREISEN NAHMEN GESTERN AM OLPER KREISHAUS DIE ZERTIFIKATE ENTGEGEN. FOTO: WIN

Sz Olpe. Über 22 auf dem Boden aufgeklebte Sterne gingen gestern Nachmittag die Gäste bei der Verleihung des Zertifikats „Familienfreundliches Unternehmen“ zu ihren Plätzen im großen Saal des Olper Kreishauses. In Anlehnung an den „walk of fame“ trugen die Sterne die Namen der Unternehmen, die das Zertifikat seit der ersten Verleihung im Jahr 2017 erhalten haben. In diesem Jahr zeichneten die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe nun zum dritten Mal Firmen für ihre besondere Familienfreundlichkeit aus. Sechs erhielten die Anerkennung zum ersten Mal aus der Hand der Landräte Andreas Müller (Siegen-Wittgenstein) oder Frank Beckehoff (Olpe); acht Unternehmen bestätigten ihre Zertifikate aus 2018 mit einer Rezertifizierung.

In seiner Begrüßung würdigte Landrat Beckehoff die hohe Motivation der Firmen, die sich der Herausforderung gestellt haben. Denn die Gewinnung und Bindung von Fach- und Führungskräften – insbesondere der jüngeren Generation – erfordere ein Umdenken. Gerade junge, gut ausgebildete Frauen setzten bei ihrer Karriereplanung auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die entsprechenden betrieblichen Rahmenbedingungen. Auch Männer möchten ihrer Verpflichtung gegenüber der Familie zunehmend nachkommen und profitieren gleichermaßen von familienfreundlichen Angeboten. „Das Zertifikat hilft – neben der hervorragenden Vernetzung – unsere starken Unternehmen in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen“, lobte Beckehoff.

Landrat Müller ergänzte, die ausgezeichneten Unternehmen legten ein hohes Engagement an den Tag, um ihren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu erleichtern. Die Unterstützungsangebote seien vielseitig, so Müller. „Neben flexiblen Arbeitszeiten, unterschiedlichen Teilzeitmodellen und mobilem Arbeiten bieten viele Unternehmen zum Beispiel eine Kinderbetreuung in den Ferien oder eine Gesundheits- und Sozialberatung an.“

Auch in Bereichen, in denen sich eine Flexibilisierung der Arbeitszeit schwierig gestaltet, etwa der Pflege, werde mit Hochdruck an der Umsetzung einer verlässlichen Dienstplangestaltung gearbeitet, um mehr auf die Bedürfnisse der Belegschaft einzugehen.

Begleitet wurde der gesamte Prozess vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf Siegen-Wittgenstein/Olpe, gefördert mit Mitteln des Landes und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Sowohl die neu als auch die rezertifizierten Firmen mussten sich am Ende des Prozesses einer Jury stellen, in der die Arbeitgeberverbände aus Olpe und Siegen-Wittgenstein, Deutscher Gewerkschaftsbund, Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft, IG Metall und die Regionalagentur vertreten sind.

Im Herbst startet eine neue Runde des Zertifizierungsprozesses. Interessenten können sich an Kristina Wertebach, Tel. (02 71) 3 33 11 91, E-Mail k.wertebach@siegen-wittgenstein.de, wenden.

Rezertifiziert wurden die Firmen Albrecht Bäumer (Freudenberg), Celenus Fachklinik Hilchenbach, „connecT“ Systemhaus Siegen, Dokuworks Geisweid, DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein, FM-Plast Lennestadt, Metallwerke Gebr. Kemper aus Rüblinghausen und „ifm“-Unternehmensgruppe, Standort Siegen.

Neu zertifiziert sind Aquatherm aus Attendorn, die Alten- und Krankenhilfe der Caritas Olpe (AKC), der Caritas-Kreisverband Olpe, die Kur-Apotheke Bad Berleburg, MPC Munschek Process Consulting Wenden und das Autohaus Walter Schneider aus Siegen.

In der Laudatio zur Firma Walter Schneider sagte Landrat Müller: „Werte wie Kollegialität und Ehrlichkeit werden in der Walter Schneider GmbH & Co. KG gelebt. So steht die Tür der Geschäftsführung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer offen. ( …) Kommunikation und Motivation sind der Motor für ein gutes Arbeitsklima, dessen ist sich die Unternehmensleitung bewusst. Deshalb werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv eingebunden.“

Es gebe zum Beispiel eine „Task-Force“ – eine Gruppe von Beschäftigten aus allen Unternehmensbereichen, die Wünsche und Anregungen von den Kolleginnen und Kollegen aufnimmt und zusammen mit der Geschäftsführung die Umsetzung dieser Vorschläge begleitet.